Das Karneval in Monheim 2020: Wo der Narr sich von der Leda nährt

Monheim Schwanenbraut und Gänseliesel sind die Stars im Monheimer Straßenkarneval. Der erste Zoch startet am Sonntag in Baumberg.  

Von Heike Schoog

Kein Kunssjeschmack doch Kohle satt – Monnem wööd Kulturhauptstadt!: Das Karnevalsmotto der Stadt Monheim treibt den Chef der Kulturwerke ganz gewaltig um. „Da fühlen wir uns doch angesprochen“, sagt Martin Witkowski in Richtung Große Monheimer Karnevalsgesellschaft (Gromoka), die für die Mottowahl verantwortlich ist.

In den Hallen der Kulturraffinerie K 714 entsteht deshalb gerade seine Antwort auf das Motto: eine freundliche, milchgebende Gänseliesel/Leda, die einen gierigen, dickbäuchigen Narren nährt. Dazu eine Gans, die im Namen der Kunst – oder Kulturwerke? – ein Schild in die Höhe hält mit der Aufschrift „Kunsjeschmack satt“.

Die Figuren aus Pappmachee, die auf dem Kulturwerke-Wagen durch die Stadt ziehen werden (Karnevalssonntag in Baumberg, Rosenmontag in Monheim) gestaltet das Düsseldorfer Künstlerpaar Doris und Alexander Moisa (Doscha-Skulpturen-Team). „Die Idee hat Martin Witkowski entwickelt“, sagt die Bildhauerin und weist auf die etwa drei Meter hohe Gänseliesel/Leda-Figur, mit ausgepägter Brust, die noch auf bunte Farbe wartet. Der geneigte Kopf erinnert an die Lüpertz-Leda, die in Monheim für heftige Diskussionen gesorgt hat. Denn nicht alle Monheimer können sich mit dieser Interpretation des Monheimer Wappenmädchens identifizieren. „Kein Kunssjeschmack…. “ eben.

Stellvertretend für die Gromoka hat der Narr seinen Platz auf dem Wagen. Mit weit aufgerissenem Mund und hängender Zunge giert dieser nach dem Nahrungsmittel Kulturmilch. Moritz Peters, Sitzungspräsident und Sprecher der Gromoka, freut sich auf den Wagen. „Kunst darf nicht langweilen“, sagt er. Allerdings könne man auch nicht gut über sie streiten. „Da hat jede Meinung ihre Berechtigung“, sagt er diplomatisch und zitiert aus der Prunksitzung: „Beuys don’t cry.“

Der Gänselieselwagen, um dessen Traditionsfigur der Kunststreit entbrannt ist, hat gerade nicht die Kunst, sondern die Umwelt zum Thema und radelt „Zurück in die Zukunft“. Gänseliesel Betty und Spielmann Sibbe fahren mit und werden kiloweise fair gehandelte Kamelle werfen. Wagenbaumeister Rolf Jacob und Künstler Stefan Goller haben die Gänselieselfigur in diesem Jahr als Appell für mehr Umweltschutz aufs Fahrrad gesetzt. Bei der Einweihung des Gänselieselwagens hat die Stadt, die diesen gestalten lässt, auch die Kamelle an die Monheimer Jecken übergeben. Fünf verschiedene Sorten im Wert von insgesamt 100.000 Euro werden bei den drei Karnevalsumzügen fliegen – bereits zum dritten Mal.

Der erste jecke Zug – der Baumberger Veedelszug – startet am Sonntag, 23. Februar, um 11.11 Uhr. Aufstellung und Auflösung ist auf dem Garather Weg. Das Motto: „In Monnem weht rejiert, in Boomberg weht jefiert!“

 Am Nachmittag macht sich ab 14.11 Uhr der Monheimer Kinderkarnevalszug mit Prinzessin Paula und Prinz Marlon auf den Weg durch die Altstadt. Aufstellung und Auflösung ist auf der Biesenstraße. Von dort geht es über die Kirchstraße am Schelmenturm vorbei über Frohnstraße, Krummstraße und Alte Schulstraße zurück zur Poststraße.

Das wird der Hit beim Weihnachtsmarkt Düsseldorf setzt Heino Nussknacker-Denkmal!

Düsseldorf
Scharz-braun knackt die Haselnuss…

Blonde Haare, schwarze Brille, große Klappe – SO haben wir Düsseldorfs Volkslied-König Heino (71) noch nie gesehen! Zum Düsseldorfer Weihnachtsmarkt (ab 18. November) wird Heino als Nussknacker seine Runden in der traditionellen Glühweinpyramide in der Altstadt drehen.

Neben Heino sind auch andere berühmte Düsseldorfer zu sehen: Kurfürst Jan Wellem, Mutter Ey, Joseph Beuys und Heinriche Heine – alle in Fast-Lebensgröße (1,50 Meter), aus Kunststoff-Glasfaser und Styropor (10 Kilo schwer).

Die Idee hatte Schausteller Bruno Schmelter (ihm gehört die Pyramide). Gestaltet haben die Figuren die Künstler Alexander Moisa (42) und Doris George (35). Augenzwinkernd sagen sie: „Heino hat uns am meisten Nerven gekostet. Aber die Figur ist dem Original inzwischen auch verblüffend ähnlich!“

Übrigens: Ingesamt wird es in Düsseldorf wieder sieben Weihnachtsmärkte (z. B. Handwerkermarkt, Engelchenmarkt) mit 229 Ständen geben. Vor dem Schauspielhaus am Gustav Gründgens-Platz wird wieder die Eislaufbahn aufgebaut.

Ingesamt werden bis zum 23. Dezember 6 Millionen Besucher erwartet. Viele aus Holland, Belgien, Frankreich und England. Und unser Weihnachtsmarkt wird im Ausland immer beliebter! Seit 2003 stiegen die Übernachtungszahlen um 70 Prozent!

Die Künstler Alexander Mois und Doris George mit ihren Pyramidenfiguren.

Die traditionelle Glühweinpyramide.

Nocht steht der Knacker-Heino in der Wagenbauhalle von Jaques Tilly in Bilk

 

Zu den Figuren.

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Comic-Theater über Hiroshima

Im FFT präsentiert das Ensemble „half past selbst guilt“ eine Bühnenfassung des berühmten Mangas „Barfuß durch Hiroshima“ – die erschütternde Geschichte eines Jungen, der den Atombombenabwurf überlebt. Die Figuren haben riesige Kulleraugen und staunende Münder. Man erlebt erotische, historische, kriminelle Geschichten oder einfach das, was Kindern in der Schule und in ihrer Freizeit passiert. Mangas, japanische Comics, verkaufen sich in Deutschland seit etwa zehn Jahren immer besser. Der Buchhandel setzt mit diesen Geschichten mittlerweile 65 bis 70 Millionen Euro jährlich um, und der Trend steigt weiter. Es gibt kaum noch eine Bahnhofsbuchhandlung ohne mehrere Stände mit Manga-Büchern für je fünf Euro, die die Leser zum Kauf verlocken. In Deutschland liegt die Zielgruppe zwischen acht und 18 Jahren; 60 Prozent der Leser sind Mädchen. „Mangas haben sich zu einem festen Bestandteil der Jugendkultur entwickelt, weil junge Menschen sich vom Ungewöhnlichen, der ungewohnten Bilderwelt, der Tatsache, dass man die Bücher von hinten nach vorne liest, und dem rasanten Erzählstil der Comics, die wie ein Videoclip geschnitten sind, angezogen fühlen“, sagt Julia Schmitz, Dozentin am Lehrstuhl für Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Als sie in diesem Semester ein Seminar über Manga ansetzte, waren über 70 Studierende anwesend. Japan gilt als technologieorientiertes, modernes und fremdländisches Land, daher besitzen Mangas genau jenen Coolness-Faktor, der Comics über einen Gallier mit aufgeblasenem Bauch, der Steine ​​wirft, fehlt. „Man kann viel über die japanische Alltagskultur durch Manga lernen“, sagt Ulrich Heinze, Soziologe an der Universität Freiburg. In Japan gibt es Mangas aller Genres und Altersgruppen, auch zu traumatischen Themen wie dem Atombombenabwurf auf Hiroshima. Der Mangaka Keiji Nakazawa wurde Zeuge des Atombombenabwurfs, verlor seinen Vater, Bruder und seine Schwester; seine Mutter starb 1966 an den Folgen der Strahlung; er selbst erkrankte an Leukämie. Nakazawa verarbeitete seine Erlebnisse in dem Manga „Barfuß durch Hiroshima“, der in Japan berühmt ist. Das Ensemble „half past selbst guilt“ hat diesen Manga nun für die Bühne adaptiert und im Forum Freies Theater uraufgeführt. Das Ergebnis ist ein beklemmendes Stück, in dem lebensgroße Puppen – an den Körpern der Schauspieler befestigt – vor einer Leinwand agieren, auf die Comicsequenzen projiziert werden. Mal sieht man Standbilder, die dem Raum Tiefe verleihen, mal werden Filme gezeigt, die das Puppenspiel in eine bewegte Welt erheben. Das von Natur aus etwas unbeholfene Spiel der Figuren harmoniert überraschend gut mit der holzschnittartigen Ästhetik der Comics. Zudem ermöglicht die sehr einfache Erzählstruktur des Mangas dank des bewegten Hintergrunds die Vielzahl an Aussagen in der Theaterfassung. Allerdings streift das Stück mitunter den Kitsch, beispielsweise wenn zwei Sensenmänner auf Skelettinstrumenten musizieren. Bildunterschrift: Puppen, Masken, Projektionen: Elemente der Bühnenhandlung in „Barfuß durch Hiroshima“.

Foto: FFT.

 

Zu den Masken

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